Folge 28: Geheimwaffe gegen die AfD: Lokaljournalisten packen aus!
Shownotes
Die große Lokaljournalismus-Folge! Für die 28. Podcastfolge haben Leonie und Lotte mit Lokaljournalist:innen aus dem ganzen Land über ihre Arbeit gesprochen. Sie erzählen von den Recherchen, die AfDler und Rechtsextreme so richtig geärgert haben, von teils widrigen Arbeitsbedingungen und von Ideen, wie der Lokaljournalismus der Zukunft aussehen könnte. Außerdem geben Leonie und Lotte einen Einblick in die Forschungslage zu der Frage, wie wichtig der Lokaljournalismus für die Demokratie ist und zeichnen ein Lagebild: Wie gefährdet ist der Lokaljournalismus wirklich? Und was müssen wir tun, um ihn zu retten?
Voting Grimme Online Award: http://www.grimme-online-award.de/voting Unser Plädoyer an die Presse: https://volksverpetzer.de/project/plaedoyer/
Quellen und Links:
Katapult Karte ostdeutsche Regionalzeitungen: https://www.katapult-magazin.de/de/artikel/wie-westverlage-die-ostdeutsche-regionalpresse-uebernahmen
Volksverpetzer Artikel Lokaljournalismus: https://volksverpetzer.de/analyse/lokaljournalismus-stirbt-afd-profitiert/
Recherche im Hohenloher Tagblatt: https://www.otto-brenner-preis.de/online-dossier-20-jahre-otto-brenner-preis/3-preis-hohenloher-tagblatt/chronik-der-recheche-zu-rechten-umtrieben-in-hohenlohe/
Studie bayrische Landeszentrale für neue Medien: https://www.blm.de/de/wir-forschen/medienforschung/lokaljournalismus_demokratie/ergebnisse-studie.cfm
Wüstenradar-Studie: https://www.wuestenradar.de/wp-content/uploads/sites/18/2024/11/Wuestenradar-2024-web.pdf
Madsack-Recherche Medieninsider: https://medieninsider.com/saechsische-zeitung-madsack-stellenstreichung/22340/
Studie Heinrich-Böll-Stiftung: https://www.boell.de/sites/default/files/2025-09/e-paper_demokratie-beginnt-im-lokalen_zeit-fuer-neue-medienfoerderung_0.pdf
Studie Lokaljournalismus & Demokratie aus USA: https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1078087419838058
KI-Skandal bei Dumont: https://uebermedien.de/121805/lokaljournalismus-der-keine-lokaljournalisten-mehr-braucht/
Outro Unsere Spendenseite: https://www.volksverpetzer.de/spenden/ Unsere App: https://www.volksverpetzer.de/app/ Alle Links: https://www.volksverpetzer.de/links/ Deadline 54: https://open.spotify.com/intl-de/artist/4rwPhk09zzB6b4hlGbVND3?si=dW8wRSOdT_uf6zVUbIp_Hw
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00:00:00: Für die Demokratie ist der Lokaljournalismus extrem wichtig.
00:00:03: Wenn Lokalsjournalistinnen nicht hinsehen, dann macht das halt niemand.
00:00:07: Bei einem lokalen Skandal bei einem lokalen Vorwurf sind es nur die Medien vor Ort, die sich dem annehmen können und die Hintergründe kennen, die auch die Kontakte haben.
00:00:15: Ohne Demokratie wird's im Lokal-Journismus schwierig und ohne Lokaljournismus keine Demokratie!
00:00:22: Lokaljournalismus ist eigentlich die Basis für alle politische und gesellschaftspolitische Bildung, sagen wir jetzt mal.
00:00:28: Uns unverzichtbar!
00:00:30: Wir sind direkt an der Quelle dieses Staates und dieser
00:00:32: Demokratie.".
00:00:33: Gerade jetzt mit dem Erstarken der AfD ist es ja offenkundig, dass wir Lokaljournalismus brauchen um Skandale Straftaten und so weiter von Extremrechten aufzudecken und darüber zu berichten.
00:00:44: Für mich hat Lokal-Journalismus in der Demokratie die Rolle Politik zu kontrollieren.
00:00:49: Lokal Journalismus kann das aus meiner Sicht noch viel unmittelbarer und viel konkrete als andere Formen für Journalismus weil er wirklich da ist.
00:00:56: wo was passiert Klappt das mal besser, mal schlechter natürlich.
00:01:01: Aber es wird auf jeden Fall nicht einfacher.
00:01:03: Gerade im Lokalen ist ja die Demokratie sofort spürbar.
00:01:07: Die Entscheidungen im Lokal sind ja die, die unmittelbar für die Menschen vor Ort spürba werden.
00:01:12: Das hat für mich die lokale Berichterstattung sogar noch wichtiger als die Berichtestattung über Regionalen.
00:01:19: Ich sehe mich als Journalist definitiv als vierte Gewalt.
00:01:22: Also ich bin der Meinung Journalisten sind genau die, die da hingucken wo es weh tut und vor allem immer den Mächtigen auf die Finger gucken.
00:01:30: Informationen darüber zu haben, was passiert in der unmittelbaren Umgebung ist die Voraussetzung um sich dann da mit auseinandersetzen zu können oder mit anderen darüber auseinander setzen zu können wie man leben will.
00:01:42: Wie das Leben gestaltet werden kann und da gibt es viele Kanäle.
00:01:45: aber Lokaljournalismus ist glaube ich ein wichtiger und wenn das wegfällt dann fällt auch ganz viel Aushandlung weg Demokratie ausmacht.
00:01:56: Es gibt auch Studien darüber, dass in Regionen wo es keine eigene Tageszeitung mehr gibt das da tatsächlich mehr Korruption passiert oder auch Umwelt verbrechen oder dass dort rechtsextremen Parteien bei Wahlen besser absteigen.
00:02:07: ich denke das hat vor allem auch so mit dem Gefühl zu tun teilzuhaben und gesehen zu werden und von daher glaube ich dass sogar so ein ganz klischeehafter Bericht über einen Kanitin-Züchterverein wirklich eine demokratische Funktion hat.
00:02:21: Ja!
00:02:22: Das waren Stimmen die wir gesammelt haben Weil das Thema von unserer achtundzwanzigsten Podcast-Folge ist Lokaljournalismus und seine Rolle in der Demokratie.
00:02:31: Ich bin Leonir, ich bin hier mit Lottis.
00:02:32: Das ist die erste Girlpowerfolge vom Volksverpätsa-Podcast!
00:02:38: Und wer das alles war?
00:02:39: Und warum wir sie mit denen geredet haben?
00:02:42: Darüber wollen wir heute sprechen.
00:02:59: Was fühlst du, wenn du diese Aussagen hörst?
00:03:03: Ich bin erstmal ganz begeistert, dass wir mit so vielen tollen KollegInnen sprechen durften für diese besondere Podcast-Folge.
00:03:12: Und ich kann dem allem was gerade gesagt wurde eigentlich nur zustimmen und dachte mir bei jedem Beitrag so ja genauso ist es!
00:03:22: Also ein Großteil davon habe ich auf der Korrektivlokalkonferenz in Magdeburg diesen Monat gesammelt und ein paar andere hast du mir ja vermittelt.
00:03:29: wo warst du noch mal?
00:03:31: Ich war Anfang Oktober auf dem B-Future Festival in Bonn, von dem Bonn Institute.
00:03:38: Da gab es auch einige Veranstaltungen die sich mit Lokaljournalismus auseinandergesetzt haben und da habe ich auch ein paar tolle Kollegen getroffen und kennengelernt und dann direkt gesagt hey ihr könnt für unseren Podcasten mit uns sprechen.
00:03:54: Genau!
00:03:54: Und ich glaube wir haben beide so erlebt das LokalJournalismus gerade Ein Thema ist, dass super wichtig ist und wo auch in der Branche ganz viel passiert.
00:04:03: Also sowohl Leute sehr positiv eingestellt sind aber eben sich auch viele Sorgen machen und deswegen wollten wir das was wir alles so mitgenommen haben aus den Gesprächen und aus den Veranstaltungen, wo wir einmal in eine Folge packen.
00:04:20: Und genau es geht eben vor allem um Lokaljournalismus und seine Bedeutung in unserer Demokratie.
00:04:27: Lotte, du hast dir ein bisschen angeguckt was es auch so an Studienlagen dazu gibt.
00:04:32: Ja also es gibt ganz viele Studien zur Bedeutung von Lokaljournalismus für die Demokratie Paare aus Deutschland aber auch viele aus den USA und wenn man das mal so zusammenfasst gibt's echt ein paar wirklich nachweisbare positive Funktionen die der Lokal-journalismus für unsere Demokratie hat.
00:04:53: Ich gehe mal so ein bisschen allgemein durch.
00:04:55: Also Studien zeigen zum Beispiel, dass durch die lokale Berichterstattung die Themen in den Gemeinden überhaupt erst sichtbar gemacht werden ist ja glaube ich klar.
00:05:03: also nicht nur für die Einwohnerinnen der Gemeinde die die Lokalzeitungen dann lesen sondern auch für die lokalen PolitikerInnen und aber auch überregionale Medien die dann die Themen gegebenenfalls aufgreifen.
00:05:15: Wenn ich zum Beispiel an unsere große Sachsen-Anhaltrecherche vor den Landtagswahlen denke, wie oft wir da auf die tollen Recherchen von Lokalmedien zurückgegriffen haben und das aufgegriffen habe.
00:05:27: Auch das ist eine Funktion von Lokaldjournalismus.
00:05:31: Blödes Beispiel wenn du einen korrupten Bürgermeister hast dann erfährst du das höchst wahrscheinlich durch deine Lokalzeitung oder durch das Lokalradio sofern es denn auch eine gibt.
00:05:39: dazu kommen wir dann später eben.
00:05:42: Das heißt, das macht die politischen Entwicklungen in deinem direkten Umfeld einfach nachvollziehbar und gibt dir dadurch eben überhaupt erst die Möglichkeit auf Basis von Informationen politisch selbst aktiv zu werden.
00:05:55: Also zum Beispiel keine Ahnung den Rücktritt von diesem korrupten Bürgermeister zu fordern.
00:06:01: Das hat zum Beispiel auch eine Studie, die ich mir angeguckt habe gezeigt.
00:06:05: Die ist in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien entstanden.
00:06:10: Und die hat gezeigt, dass Menschen, die besonders häufig Lokaljournalismus-Rezipieren konsumieren sich stärker mit ihrer Gemeinde verbunden fühlen.
00:06:18: sie sind besser informiert und vor allem das finde ich besonders spannend sind sie aktiver und engagieren sich mehr und blicken mit einer gewissen Selbstwirksamkeit auf ihr Umfeld.
00:06:29: Das heißt das hatten direkten Einfluss auf die politischen demokratischen Entwicklungen vor Ort.
00:06:35: Daran anschließend deutet die Studie zum Beispiel auch an, dass sich die Bewohnerinnen von Gemeinden durch ein Lokalmedienangebot mehr mit ihrer Heimat und ihren Mitmenschen verbunden fühlen.
00:06:45: Das heißt, Lokal-Medien können den Zusammenhalt in der Gemeinde fördern.
00:06:48: Sie machen generell diese Gemeinschaft, die man da hat erst sichtbar und sie verringern Polarisierung weil die Menschen sich über diese lokalen Themen auch einfach miteinander verbunden führen.
00:07:00: ja das heißt Man kann nachvollziehen, was in dem eigenen Umfeld politisch passiert und das führt auch nachweislich zu mehr Vertrauen in die lokalen demokratischen Prozesse.
00:07:09: Und was ich auch wichtig finde – weil wir sprechen nachher über ganz viele negative Entwicklungen – einmal zu betonen dass für die meisten oder ganz viele Menschen Lokaljournalismus auch die erste Wahl immer noch ist wenn es darum geht sich Informationen zur lokalenen Ereignisse einzuholen also seit auch die Studie gezeigt haben.
00:07:27: Zweiundfünfzig Prozent der Befragten angegeben mindestens ein lokaljournalistisches Medium täglich konsumieren.
00:07:35: Ich finde das super spannend, dass was man da eben auch schon in Studien alles sehen kann und sich das so abbildet von dem, was man mitbekommt wenn man ein bisschen im Lokaljournalismus unterwegs ist.
00:07:49: um jetzt diese dann doch recht abstrakten Sachen von irgendwie bildetes Gemeinschaften und Leute können sich besser demokratisch engagieren Zu verbildlichen habe ich dann meine Interviewpartnerinnen einfach mal gefragt, an was für Geschichten sie sich erinnern.
00:08:06: Die Sie selber gemacht haben oder die Sie in Ihrem Job unterstützt haben?
00:08:11: Die genau so eine Rolle irgendwie hatten, sich auf demokratische Prozesse ausgewirkt haben und es gab so viel Tolle!
00:08:19: Und wir mussten schon kürzen... Auch auf der Konferenz wurden ganz tolle Recherchen vorgestellt.
00:08:24: aber ich hab mal einen kleinen Überblick geschaffen und fass das euch ein bisschen zusammen.
00:08:29: Und das sind jetzt auch alles die Menschen, die ihr vorhin in der Collage gehört habt.
00:08:34: Die dort gesagt haben was für sie Lokaljournalismus bedeutet.
00:08:37: Zum Beispiel haben wir mit Maria Hering vom Netzwerk Recherche getroffen.
00:08:41: Die hast du ja beim B-Future Festival und sozusagen organisiert.
00:08:47: Ja!
00:08:47: Netzwerk Rechersche ist ein Verein der Journalistinnen mit Förderprogrammen und auch mit einem Support Desk für lokalere Recherchen.
00:08:54: da arbeitet Maria unterstützt, also wenn man irgendwie Hilfe bei Recherchen braucht dann kann sich dort melden.
00:09:01: Und sie hat von einer Recherche erzählt die auch auf der Konferenz vorgestellt wurde von einem Redakteur der Ostsee Zeitung der im Rahmen von so nem Fellowship von Netzwerkrecherche eine teilweise verdeckte Recherch zu Anastasia Bewegungen in Mecklenburg-Vorpommern gemacht hat und da ging es darum dass... Also die Anastasierbewegung ist eben ne völkische, ne rechtsextreme Bewegung sehr subtil versuchen, ihre Ideologie zu verbreiten.
00:09:28: Und die haben geplant in Mecklenburg-Vorpommern eine Schule zugrunden, die dann eben Kinder so im Sinne dieser Ideologie auch erziehen sollte und das hat herausgefunden, hat sich dann erst in Telegram Gruppen eingeschleust und später aber auch verdeckt Termine vor Ort besucht und dort dann solange recherchiert bis er genug Material hatte um eben Artikel zu schreiben darüber was sie vorhaben.
00:09:52: Und das Resultat war, dass diese Schule erst mal nicht weiter geplant wird.
00:09:55: Dass die sich da zurückhalten und es waren natürlich auch eine Recherche, die viele Menschen erreicht hat, die zeigt was eben so die Codes und die Keywords sind auf die man achten muss bei speziell dieser völkischen Bewegung weil sie gerne sehr subtil... Die ersten Sachen, die man erhört hören Sie dann vielleicht noch gar nicht so komisch an und das wird dann erst so wenn man schon sehr tief drin ist was da eigentlich dahinter steckt.
00:10:22: Genau, noch deutlicher sozusagen der Einfluss auf die Demokratie ist eine Geschichte, die mir Tumilan Selvakumaran vom Hallertagblatt erzählt hat.
00:10:32: Der hat auch ganz krasse Sachen gemacht und eine davon ist eben das Erfälle von Vorteilsnahme beim langjährigen Oberbürgermeister von Schwerbisch-Hall aufgedeckt hat.
00:10:47: von der städtischen Tochtergesellschaft kaufen konnte und es gab keine Transparenz darüber, dass das ja ein Interessenkonflikt ist.
00:10:54: Und dann hat er noch seine Freundin auf eine Reise nach Namibia mitgenommen, wo die Flugkosten von der Stadt bezahlt werden sollten.
00:11:03: also ganz klare Fälle einfach auch vom Machtmissbrauch so.
00:11:08: Ja.
00:11:09: Und Tumilan hat das aufgedeckt, würdest du sagen?
00:11:11: Das ist genau das... Korrupte Bürgermeisterbeispiel, was ich vorhin auch genannt habe.
00:11:18: Ich finde es krass, dass da wirklich diese Watchdog-Funktion von dem Lokaljournalismus so rauskommt bei Wer guckt den sonst halt auf die Finger wenn nicht die Lokal-JournalistInnen?
00:11:32: Das heißt ja auch irgendwie... Vielleicht hat das dann auch eine abschreckende Wirkung denke ich mir immer so.
00:11:37: Also wer weiß vielleicht würde ein Bürgermaster erst gar nicht kruppt werden, wenn er halt weiß dass er ganz genau beobachtet wird.
00:11:46: Das heißt ja auch irgendwie im Umkehrschluss das habe ich vorhin gar nicht erzählt als ich über die Studien gesprochen hab, dass Studien auch gezeigt haben, dass der Rückgang von Lokaljournalismus zu weniger politischem Wettbewerb im Lokalen führt und das heißt diese ganze Transparenz- und Kontrollfunktion fällt dann weg.
00:12:05: Das ist ein richtig gutes Beispiel dafür einfach her!
00:12:08: Ja und du hast noch gesagt blödes Beispiel, aber ich habe einfach genau das mitgebracht.
00:12:12: Also hat dann auch dazu geführt dass es ein Gerichtsprozess gab.
00:12:15: der OB muss eine Geldstrafe bezahlen und ist nicht mehr erneut angetreten obwohl er das eigentlich vorhatte.
00:12:20: also... Genau!
00:12:21: Und andere denken sich dann ja vielleicht muss man da ein bisschen aufpassen mit solchen Sachen wenn man dann eben sieht wie's weitergeht.
00:12:29: Dann habe ich mit Valentin Endras von Radio Korax gesprochen.
00:12:32: Radio Korex ist ja ein Bürgerradio in Halle, bei dem ehrenamtlich Menschen dienen.
00:12:38: Nicht professionelle Journalisten sind aber unter professioneller Anleitung über ihre Themen im Radio sprechen können und er hat eine Geschichte erzählt da ging es um Probleme mit der Finanzierung der freien Jugendhilfe in Hallen und das war ein total kompliziertes Thema dass viele Menschen nicht richtig verstanden haben warum das Geld nicht da landet wo es gebraucht wird.
00:12:59: Und Radio Korax hat dann verschiedene Interviews geführt und hat die Rückmeldung bekommen, dass Menschen jetzt endlich verstanden haben worum's eigentlich geht und was das Problem ist.
00:13:07: Zusammen mit anderer Berichterstattung hat es dafür geführt, dass sich die Jugendhilfe organisieren konnte, dass sie Demos organisiert haben und dass am Ende auch die Stadt ihnen ein bisschen entgegenkommen konnte.
00:13:18: Ich finde, es ist ein sehr gutes Beispiel dafür wie wichtig Information halt ist, dass Leute verstehen, was abgeht um sich demokratisch organisieren zu können.
00:13:28: Ja, Radio Korax, da schließt sich auch wieder der Kreis zu unserer Sachsen-Anhalt.
00:13:32: Die wurden ja auch explizit von der AfD angegriffen was ja auch zeigt irgendwie dass die extreme Rechte da auch eine Gefahr sieht in diesem kritischen oder aufklärenden Journalismus?
00:13:46: Ja, da kommen wir auf jeden Fall später auch nochmal hinzu!
00:13:49: Genau dann habe ich mit Aline Papps gesprochen von dieser Brücker Zeitung Auch eine Lokaljournalistin, von der ich schon länger weiß, dass sie richtig krasse Sachen macht.
00:13:59: Und die hat auch sehr konkreten Einfluss schon auf Kommunalpolitik gehabt und sie hat das so schön selber erzählt, dass ich euch das nicht vorenthalten
00:14:06: wollte.".
00:14:07: Einmal mussten meinetwegen zwei AfD-Politiker aus einem Gemeinderat zurücktreten.
00:14:11: Die zwei hatten auf Facebook einen Glückwunschpost zu Hitlers Geburtstag geliked und geteilt, ich habe das gesehen und sie damit konfrontiert und halt drüber berichtet.
00:14:21: Das gab ein riesiger Aufschrei in der Gemeinde und darüber hinaus.
00:14:25: Ja und es ging dann weiter.
00:14:27: die sind freiwillig ausgetreten aus der Partei und aus der Fraktion und es gingen noch einen Schritt weiter weil Die AfD hatte nicht genug Nachrücke und dann ist die Fraktion im Gemeinderat noch um eine Person geschrumpft.
00:14:40: Also aktiv den Gemeinderats von einem AfDler befreit.
00:14:46: Schon auch ein Flex!
00:14:47: Ja, also abgesehen von einer schaden Freude, die man haben darf hat man halt auch einfach zwei Hitler-Fans aus dem Gemeinderate so rausgeholt was ja... Man in der Demokratie schon irgendwie gut heißen sollte.
00:15:04: Genau und das waren jetzt ja alles so totale Bilderbuchbeispiele, die genau diese... Also es kann man ja als Vorbilder aus diesen Studien nehmen.
00:15:13: Mir hat Tobias Leiser von den Thüringer Tageszeitungen von Funkeln, ihr maliger Kollege, hat mir aber auch erzählt dass es leider nicht immer ganz so Bilderbuchhaft funktioniert.
00:15:25: Im Wahlkampf in Thüringen, Kommunal-Wahlkampf, im Jahr von den Anwesenheiten im Kommunalkremium habe ich mich beschäftigt und habe nachgeschaut die Landratskandidaten.
00:15:34: Wie oft sind sie denn eigentlich bei den Sitzungen anwesend?
00:15:36: Was dann halt weh tut ist das es nicht die Strahlkraft erzielt, die man möchte und der AfD-Landratskandidat mit der höchsten Schwänzkquote dann trotzdem noch in die Stichweil kommt?
00:15:46: Genau also man muss natürlich als Journalist auch damit leben dass man die Informationen bereitstellt und die Menschen dann damit machen, was sie möchten.
00:15:56: Aber ich glaube es ist trotzdem super wichtig dass das weiterhin gibt weil also schon alleine damit sich eben diese Information überhaupt erst mal da ist und damit eben dieses Kontrollgefühl auch da bleibt, dass man merkt okay es interessiert jemanden wenn ich ständig nicht zu den Sitzungen komme und das interessiert Jemandem was man so irgendwie mit dem städtischen Geld macht irgendwo hinfliegen kann und so.
00:16:22: Ja, das ist ja auch irgendwie für die Bürgerinnen somit die einzige Möglichkeit wirklich kompakt alle Informationen zur Verfügung gestellt zu bekommen um eben dann wie gesagt sich selbst eine Meinung zu bilden und dann vielleicht auch gegebenenfalls sich politisch zu engagieren.
00:16:40: aber bei der letzten Geschichte kam ja schon ein bisschen raus dass es nicht immer super easy.
00:16:46: peasy Wir haben ja auch so ein bisschen auf die Herausforderungen und Töden geschaut.
00:16:52: Was war denn da so die allgemeine Stimmung, die in deinen Gesprächen herauskam?
00:16:56: Also es geht eigentlich immer sehr schnell um Geld bei Lokaljournalisten.
00:17:00: Und zwar eigentlich egal worüber man spricht, ob man über Herausforderung spricht oder ob man schöne Sachen spricht, die man machen will.
00:17:07: Man landet eigentlich immer weil wir brauchen mehr Personal.
00:17:10: Wir brauchen mehr Zeit für brauchen mehr Geld.
00:17:12: Maria von Netzwerk Recherche hat das auch nochmal sehr schön gesagt finde ich Lokaljournalistinnen müssen jetzt schon wahnsinnig viel leisten.
00:17:20: Sie müssen viele Termine machen, sie müssen viele Berichte schreiben.
00:17:22: Sie sind eigentlich sowieso immer auf Axel in einem Umfeld, in dem gerade eher noch mehr gespart wird als mehr Geld ausgegeben wird.
00:17:29: Ich hab die Befürchtung dass wenn jetzt auch noch lokaljournalismus die Demokratie retten soll das einfach viel zu viel wird.
00:17:35: Genau also Die lokal journalisten sind sich glaube ich dessen auch sehr bewusst wie wichtig ihre Arbeit ist.
00:17:41: aber es herrscht halt ein enormer Druck von allen möglichen Seiten.
00:17:45: dazu habe ich von Tumilan hat das ganz gut zusammengefasst.
00:17:50: Der Lokaljournalismus ist ja aus verschiedenen Bereichen gefährdet, geht schon los dass die Abo-Auflagen extrem sinken und die Reichweite dadurch automatisch sinkt.
00:17:59: verschiedene Strömungen oder Parteien nutzen auch immer mehr eigene Kanäle um ungefiltert ohne professionelle journalistische Betreuung Sachen rauszuhauen die für den Bürger erst mal aussehen wie richtige Berichterstattung Endeffekt aber nur Propaganda sind.
00:18:17: Genau, also es geht irgendwie so von allen Seiten.
00:18:22: Es gibt einen Druck darauf dass das Journalismus als Wert angegriffen wird und gleichzeitig durch natürlich die Entwicklung von Social Media und vom Internet haben Zeitungen bis heute Das geht schon eine Weile so Aber bis heute wurde halt nicht wirklich ne nachhaltige Finanzierungsmöglichkeit gefunden.
00:18:40: Dabei stehen die Forderungen, ich meine dazu kommen wir am Ende auch noch mal wenn wir über Lösungsansätze sprechen.
00:18:45: Stehen ja schon seit Jahren im Raum beziehungsweise werden lautstark geäußert.
00:18:49: Ich finde es dann auch immer irgendwie ein bisschen schwierig wenn irgendwie Politiker in so Lippenbekenntnisse abgeben und irgendwie betonen wie wichtig der Lokaljournalismus doch ist oder dann irgendwie keine Ahnung am Tag des Lokal-Journalismus sich einmal dahin stellen und dann sagen Ja wir finden das alles wichtig und toll.
00:19:05: Aber dann, wenn es wirklich um die konkreten Maßnahmen geht, dann passiert da einfach leider viel zu wenig.
00:19:12: Ja und ich mein das ist jetzt ein Thema... Das können wir leider nicht, also es wäre ein eigenes Podcast-Thema.
00:19:17: aber es gibt tatsächlich mittlerweile halt auch so eine Tendenz dass sagen Geschäftsführer sagen auch gerne nein KI wird niemals zur Stellenabbau führen.
00:19:26: Es gibt aber schon Fälle davon, dass Lokaledaktionen geschlossen werden weil man sagt Wir machen das jetzt mit KI da ganz aktuell beim Kölner Stadtanzeiger ein richtiges Problem, weil das obwunder funktioniert nicht.
00:19:42: Also das war auch bei der Konferenz ein riesiges Thema.
00:19:44: aber ich glaube wenn wir damit jetzt anfangen dann sitzen wir morgen noch hier.
00:19:50: Aber das kommt halt noch dazu dass es jetzt Nicht nur diesen Druck gibt, dass man sagt okay wir machen die Redaktion kleiner und die einzelnen Personen müssen mehr arbeiten.
00:20:00: Sondern das die Lokaljournalisten auch noch davor stehen vielleicht ersetzt man uns durch etwas was nicht wirklich funktioniert aber ich mein wenn es nicht funktioniert sind wir schon gefeuert so.
00:20:10: Also das ist wirklich von allen Seiten dieser Druck Und dass man irgendwie mithalten muss bei zumindest einer Idee davon des Journalismus immer mehr und immer schneller produzieren muss weil Social Media so ein Takt vorgibt.
00:20:25: Und gleichzeitig weiß man aber, dass ja genau die Geschichten, die nicht durch KI ersetzbar sind oder durch irgendjemand der am Schreibtisch einfach Texte runterschreibt für die man Nähe und Vertrauen braucht – dafür braucht man Zeit, dafür muss man auch mal mit Leuten reden ohne das sofortige Artikel rauskommt.
00:20:44: Das sind aber die Geschichten, die Lokaljournalismus ausmachen.
00:20:49: wenn sie so eine Geschichte lesen wie die ganzen, die ich vorhin vorgestellt habe.
00:20:53: Da kommt dann ja der Moment, wo man sagt okay, die sechzig Euro Zeitungs-Abo, die hab' ich irgendwie richtig investiert!
00:21:00: Die bekomme ich nicht weil ich irgendwie ein Artikel angezeigt bekommen über irgendwas was super gut klickt, was Zehntausende Leute anklicken aber was eigentlich... eine Pressemitteilung war oder irgendwie sowas.
00:21:12: Ja, ich glaube das Kuriose bei dem Beispiel was du vorhin angedeutet hast das war der Rheinsieg-Anzeiger war dass da letztens sogar noch mal der Abo Preis hochgegangen ist.
00:21:22: und wenn man dann aber eben irgendwie so ein KI Artikel der wirklich vorn und hinten nicht stimmt vorgesetzt bekommt dann würde ich mir ehrlich gesagt als Abonnentin auch denken ja lohnt sich das überhaupt noch für mich?
00:21:34: Und das an einem Punkt wo man sagen muss also Zeitungsabos sind schon auch wirklich schweine teuer selbst, wenn da komplette Handarbeit drinsteckt.
00:21:43: Und das ist wirklich ein Problem, weil ich jeden Menschen der das Geld dann nicht ganz so locker stecken hat verstehen kann, der sagt so eh, das kann ich mir nicht leisten.
00:21:52: und gleichzeitig ist es ebenso wichtig und man weiß auf wie diese Preise zustande kommen, weil ja Menschen ordentlich bezahlt werden sollen für einen wichtigen und verantwortungsvollen Job.
00:22:02: Das hat Alin noch mal ganz deutlich gesagt.
00:22:06: Diese ganzen Probleme entstehen ja nicht einfach so aus Versehen, sondern eben die Big Tech-Konzerne wie Meta oder WX.
00:22:13: Die haben auch überhaupt kein Interesse daran, Demokratie und Journalismus zu fördern.
00:22:18: Sie wollen es eigentlich sogar... Also sie bekämpfen das tatsächlich aktiv weil sie eben das Informationsmonopol auf ihren Seiten haben wollen und dabei ist komplett egal wie seriös oder wie journalistisch das ist da kann sich alles vermischen.
00:22:31: Das ist glaube ich teilweise sogar auch gewollt.
00:22:33: also zumindest politisch Ist das Informationen ja auch ein Werkzeug und diese Plattformen sind so große Gegner gegen die können kleine Redaktionen mit wir machen.
00:22:48: Wir strukturieren unseren Arbeitsalltag um und machen jetzt einfach richtig gute Arbeit überhaupt nicht ankommen.
00:22:54: Ja, ich glaube auch das ist ein Thema wo man stundenlang darüber sprechen könnte.
00:22:58: Das merken wir ja bei uns und unserer Arbeit als Social Media Präsenterin auch dass ich irgendwie ganz auf das Gefühl habe Man hat diese Plattform gegebenen Gegebenheiten Und versucht sich dann irgendwie an Algorithmen anzupassen.
00:23:11: aber man merkt auch irgendwie Dass zum Kampf gegen Windmühlen ist.
00:23:16: Es streubt sich in mir etwas.
00:23:20: Jetzt darf ich das Wort nicht in den Mund nehmen, weil dann wird das Video vielleicht geschadurbänt.
00:23:25: Und jetzt muss ich zwischen so und so vier Minuten lang meine komplexe Recherche irgendwie runterbrechen und wichtige Perspektiven und Inhalte rausnehmen.
00:23:33: Weil diese kurze Länge ist optimal für den Algorithmus und ich denke mir so... Ach nein!
00:23:38: Also da passt auch irgendwie der journalistische Anspruch oft mit diesen Zwängen die man von dem Plattform vorgegeben kommt nicht zusammen?
00:23:47: Ja Ja, also ich meine da gibt's dann eben auch die Forderungen einmal dass das eigentlich die EU diese Plattformen viel strenger regulieren muss und was eben gerade Fake News und Desinformation angeht.
00:24:00: Und dass es eine staatliche Förderung von Journalismus in Deutschland geben müsste.
00:24:06: Stichwort Gemeinnützigkeit.
00:24:08: Journalismus kann nicht gemeinnützig sein in Deutschland.
00:24:12: Es ist völlig verrückt wenn man sich überlegt, wenn man dieses Studien anschaut Und wenn du Bildungsarbeit machst, dann kannst du gemeindützig sein und eigentlich sollte es guter Journalismus-Bildungsarbeit.
00:24:24: Aber auch das ist ein Thema über das man Stunden reden kann.
00:24:28: aber ich glaube nämlich, wenn es diese strukturelle Unterstützung gibt und man einfach sagt okay die Branche versucht da selber ihre Lösungen zu finden was sie ja tut.
00:24:40: also natürlich überlegen sich alle wie können wir damit halten?
00:24:44: Und die Lösungen, die dabei rauskommen sind halt mal hilfreicher, mal weniger hilfreich.
00:24:50: Dann zerreiben sich Redaktionen in diesem Spagat zwischen.
00:24:54: wir müssen irgendwie Reichweite haben aber wir müssen gleichzeitig so tiefgehende gute Recherchen bringen das die Leute dann auch dafür zahlen wollen und wir haben aber gar nicht das Geld um so viele Leute zu bezahlen dass sie gleichzeitig ganz viel produzieren und ganz teurer recherchieren können.
00:25:13: Genau, und wenn dann immer mehr Redaktionen unter diesem Druck aufgeben müssen.
00:25:18: Dann gibt es eine Studie die sich damit beschäftigt hat was dann passiert?
00:25:23: Ja das ist die Wüstenradarstudie heißt sie.
00:25:25: Die ist auch recht bekannt.
00:25:26: vielleicht haben manche von euch davon auch schon mal gehört.
00:25:29: Unter anderem von der Hamburg Midea School veröffentlicht und die hat sich eben systematisch die Zahl wirtschaftlich Unabhängiger lokaler Tageszeitung angeschaut, im Zeitraum von.
00:25:59: Man kann zumindest schon mal feststellen, so richtige Nachrichtenwüsten wie es die in Amerika zum Teil gibt also wo es da weit und breit kein einziges lokales Medium mehr gibt.
00:26:08: Die haben wir hier in Deutschland noch nicht aber mittlerweile gibt es im Großteil der Gemeinden in Deutschland nur noch eine Lokalzeitung eben.
00:26:18: Also wir haben dann mit einer Monopol-Situation einfach zu tun.
00:26:22: das bedeutet ja dass das Lokalangebot das übrig bleibt, denn natürlich abhängiger ist von beispielsweise Zeitungseigentümerin oder auch von Chefredakteurinnen.
00:26:35: Und dann kann man eben leichter von externen Playern wie Werbetreibenden oder vielleicht sogar politischen Akteuren vereinnahmt werden.
00:26:42: und wir haben es ja vorhin schon besprochen wenn diese Zeitungen dann auch noch immer dünner werden weil weniger Artikel immer oberflächlicher werden Inhalte aus anderen Redaktionen komplett kopiert werden, eben wegen Sparkurs und Redaktion werden irgendwie zusammengelegt.
00:26:57: Dann kann es auch dazu kommen, dass die Menschen das halt einfach nicht mehr mitmachen wollen und dann auf andere Angebote zurückgreifen wie alternative Medien oder Anzeigenblätter, die oftmals einfach viel Desinformationen oder sogar rechtsextreme Ideologien beinhalten.
00:27:13: Ich weiß nicht ob ich hierantiesern darf aber zum Thema Anzeigeblätter Du hast ja auch viel recherchiert, Leo.
00:27:20: Und da kommt glaube ich auch bei etwas Großes bei uns, wenn du mich mal so ein bisschen droppen kannst.
00:27:25: Ich habe mich auf jeden Fall schon ziemlich viel damit beschäftigt.
00:27:29: Ja und also es sind schon Horror-Szenarien die jetzt aktuell passieren.
00:27:35: Ich hab' jetzt nur einen Beispiel mitgebracht, im Jahr ist es.
00:27:39: in dem Jahr zwanzig wurde zum Beispiel die Leipziger Volkszeitung und die Sächsische Zeitung einfach mal zusammengelegt.
00:27:45: Dahinter steckte der große Medienkonzern Madsack und er hat im Zuge dessen zum Beispiel dreiundfünfzig Redaktionsstellen gestrichen.
00:27:53: Zum Teil weil diese Stellen dann einfach nicht nachbesetzt wurden, zum Teil mussten auch Lokaljournalistinnen die gefühlt ihr ganzes Leben lang in dieser Lokalredaktion saßen ihre Kontakte hatten da gearbeitet haben sich neu auf ihrer Stelle bewerben.
00:28:07: also es ist auch ein Umgang mit den Journalisten der einem das Herz zerbricht Und das sind Entwicklungen, die wir eigentlich einfach nicht wegignorieren dürfen.
00:28:17: Vor allen Dingen werden wir uns eben dieser Bedeutung für die Demokratie bewusst machen.
00:28:21: Das Beispiel was ich gerade genannt habe kam bei einer Recherche von Medieninsider raus.
00:28:25: da verlinken wir euch natürlich den Artikel unten auch nochmal.
00:28:28: aber generell hast du dich ja auch noch mal so ein bisschen mit dem Thema wie sieht es in Ostdeutschland und aus mit den gibt's da Medienstepen auseinandergesetzt?
00:28:39: Genau und ich habe auch die Lisa Kuna, das freie Journalistin aus Leipzig.
00:28:45: Die war auch auf der Korrektiv-Lokalkonferenz und sie hat nämlich zu Lokaljournalismus vor allem in Sachsen recherchiert.
00:28:50: und ich hab Sie auch mal gefragt was es dafür Unterschiede gibt?
00:28:54: Und sie sagt also erst einmal ist dieses Sterben von Lokalzeitungen... Also wir reden ja die meiste Zeit über Zeitungen weil es so lokal.
00:29:01: Fernsehsender sind nicht so relevant was die Abdeckung angeht.
00:29:06: Da sind Zeitungen eigentlich schon so das Hauptmedium und die gehen in ganz Deutschland zurück.
00:29:11: Der Unterschied zwischen Ost- und West ist vor allem, dass Ostdeutschland schon auf einem niedrigeren Niveau gestartet hat, weil es in der DDR hauptsächlich so SED Bezirkszeitungen gab – die waren halt das war keine freie Presse – und die wurden dann oft eben auch gebündelt von vor allem westdeutschen Verlagen nach der Wende übernommen.
00:29:30: Und dadurch war dieser Monopolisierungsprozess da halt deutlich früher fortgeschritten, weil der in Westdeutschland dann ja ein bisschen ja so'n bisschen linearer wahrscheinlich verlaufen ist während während in Ostdeutsche Land sich einmal das schon auf einmal geändert hat und dadurch hat es eben früher angefangen.
00:29:51: Ich finde dass es so ein bisschen vergleichbar damit, dass die höheren AfD-Wahl Ergebnisse in OstDeutschLand ja auch meistens einfach nur so ungefähr eine Wahlperiode voraus sind von dem was in WestDeutsche.
00:30:03: weil man in Westdeutschland eben einfach von gefestigteren, länger gewachsenen politischen Strukturen profitiert bei der Parteienbindung.
00:30:12: Aber dann auch in der Medienlandschaft sicherlich und das... In Ostdeutschen gab es das dann halt so nicht aber westdeutscher zieht da eigentlich immer relativ zuverlässigt dann der Entwicklung nach.
00:30:24: Und dazu kommt also es gibt eben... Es gibt eine schöne Karte vom Katapult bei der man das ganz gut sieht die Medienlandsschaft in Ostdeutzschland.
00:30:32: Es gibt eben viele Gebiete in Ostdeutschland wo es nur noch eine Zeitung gibt oder wo halt alle Zeitungen einem Konzern gehören.
00:30:38: Irgendwie die drei großen Zeitungen in Thüringen sind alle von Funke, da steht auch im Prinzip alles was nicht an der Regierung gebunden ist dann das gleiche.
00:30:46: Im Süden gibt's noch das freie Wort aber die gehören auch dem süddeutschen Medienverlag.
00:30:52: und also insgesamt kann sagen jetzt ist jetzt die Ost-Thüringer Zeitung... äh die Ost.. nicht die Ostthüringer Die Ostdeutsche allgemeine Zeitung dazugekommen.
00:31:00: Es gab vorher schon die Berliner Zeitung, die in Teilen von Brandenburg verbreitet war und es gibt den Katapultverlag der für Mecklenburg-Vorpommern eine Regionalzeitung hat.
00:31:10: Das ist aber das Einzige was man an ostdeutschen Unternehmen hat und ich meine zwei davon sind Holger Friedrich über den wir schon genug berichtet haben dass es weniger Ostdeutsche als irgendwie russischer Journalismus Russlands Propaganda Corona-Geschwurbel und so.
00:31:29: Und Catapult ist natürlich relativ klein, kann auch in Mecklenburg-Vorponer keine Abdeckung von wirklich täglichen Nachrichten überhaupt für einzelne Orte liefern.
00:31:41: Alle klassischen großen seriösen Tageszeitungen, die das bieten können, worüber wir hier die ganze Zeit sprechen, werden aus Baden-Württemberg, NRW, Hamburg oder Niedersachsen geleitet.
00:31:52: Das ist ein Repräsentationsproblem für Ostdeutsche Weil sicherlich westdeutsche Verleger, westdeutische Chefredakteure anders teilweise zumindest anders denken anders entscheiden würden.
00:32:06: Und da fließt ja auch einfach Geld ab weil klar die schaffen irgendwie Arbeitsplätze in Ostdeutschland.
00:32:12: aber in solchen Unternehmen landet dann ja auch eben Geld in Essen oder in Ulm oder so und es ist eben kein eigenes ostdeutsches Unternehmen.
00:32:22: Ja und dann gibt's noch Gegenden in Brandenburg und in Thüringen wo mittlerweile schon keine Printzeitung mehr ausgeliefert wird, weil sich das nicht mehr lohnt für die Verlage.
00:32:31: Das sind schrumpfende Regionen in denen.
00:32:34: dann ist die Zeitungsabonnement-Leserschaft traditionell sehr alt und es ist sowieso ja so ein großes Problem dass sie einem aussterben und ab einer bestimmten niedrigen Anzahl von Abonnenten lohnt es sich da nicht mehr die Kosten zu bezahlen da die Zeitungen auszuliefern hin Und das wurde teilweise eben schon eingestellt.
00:32:53: und wenn Menschen dann kein Online-Produkt nutzen wollen oder können, dann leben sie halt de facto tatsächlich in so einer Nachrichtenwüste.
00:33:00: Weil Sie können nicht mehr einfach irgendwo hingehen und die Zeitung kaufen beim Bäcker oder die sich liefern lassen sondern sind gezwungen online Angebote zu nutzen.
00:33:12: Das ist dann eben so das Outcome, wenn die Verlage eben diese ganzen Hürden über die wir gesprochen haben.
00:33:17: Wenn sie am Ende davor kapitulieren und sagen okay, dann ziehen wir uns aus diesen Gebieten zurück?
00:33:22: Ja, das verbrecht einem irgendwie schon ein bisschen das Herz.
00:33:24: ich muss irgendwie auch gerade wenn es ums Thema Lokalzeitungen geht auch immer an meine Eltern denken weil... Ich weiß nicht wie das bei dir war aber bei uns zu Hause war das.. Es ist einfach so ja wie so ein Ritual irgendwie dass morgens früh mit der Lokal Zeitung zusammen gefrühstückt wird.
00:33:42: Gut, meinen Eltern traue ich es vielleicht schon noch zu.
00:33:44: Dass sie da irgendwie so ein E-Paper lesen aber ist ja auch nicht bei allen der Fall und das ist dann einfach eine Umgewöhnung die vielleicht nicht alle bewältigen können.
00:33:56: Ja also natürlich sind die Verlage darin immer sehr bemühtig.
00:34:00: weiß dass es in Thüringen da Aktionen gab, dass man dann die Abonnenten gezeigt hat wie man das E-paper benutzt und sich da sehr viel Mühe gegeben hat sie zu halten.
00:34:08: klar ist ja wieder finanziell will man das natürlich.
00:34:12: Aber da gehen natürlich Leute unter, weil sie sich das dann entweder einfach nicht mehr machen können oder wollen.
00:34:19: Oder weil man vielleicht gewohnt ist irgendwie die Zeitung in der Hand zu haben.
00:34:23: und natürlich ist es auch so ein Punkt wenn's dann heißt so Die Zeitung wird abbestellt Sie müssten jetzt wechseln Dann wird dieses Ritual von die Zeitungen kommt halt immer unterbrochen.
00:34:32: Und dann denkt man vielleicht sparen wir uns die sechzig Euro halt auch also Dass dass das nicht ohne Verluste geht diese Umstellung das ist klar.
00:34:40: Und wir haben noch eine weitere Hürde oder Herausforderung im Lokaljournalismus und seinen guten alten Freund den Rechtsextremismus.
00:34:53: Na ja, weil Recherchen zu Rechtseextremismus im Lokalen haben einmal sicherlich große Chancen, weil man sehr nah dran ist, weil die Leute Sachen rausfinden können, die findet kein Hauptstadtjournalist raus.
00:35:06: Gleichzeitig ist dieses Nah dran sein bei Rechtse extremisten nicht ganz so cool wie irgendwie bei den Vereinen im Dorf.
00:35:14: Und da haben wir mit unseren drei tollen Kollegen vom Hohenloher Tagblatt gesprochen, ich habe das Interview mit ihnen geführt aber Lotte du hast sie kennengelernt und hast es ursprünglich vermittelt und erzählst uns mal was Sie so gemacht haben?
00:35:27: Ja und zwar sind es die drei Kollegen Jens Zittarek, Harajtzigan und Timo Büchner, die haben zu dritt für das Hohenloher Tagblatt.
00:35:35: Das ist so eine kleine Zeitung aus Badem-Württemberg in jahrelanger Recherche aufgedeckt, dass eben ein Bauernhaus aus ihrer Region ein zentraler Treffpunkt der rechtsextremen Szene ist.
00:35:46: Also dieses Haus ist seit fünfzig Jahren im Besitz des sogenannten völkischen Bund für Gott Erkenntnis.
00:35:53: Der ist Teil des extrem rechten und auch antisemitischen Lundendorf Netzwerk.
00:35:59: Und die drei haben damals für diese wirklich jahrelange, intensive Recherche den Otto Brenner Journalistenpreis bekommen.
00:36:07: Im Zuge dessen habe ich die drei kennengelernt und diese Recherchen einmal so ein bisschen aufgeschrieben.
00:36:13: Den Artikel können wir euch auch gerne unten verlinken.
00:36:16: Das heißt quasi zusammengefasst, die haben immer wieder über dieser Treffen der Neonazis, die eben in diesem Haus stattgefunden haben geschrieben.
00:36:24: Es war quasi wie eine Risik... lange sich über Jahre hinwegziehende Artikelreihe könnte man fast sagen.
00:36:31: Und das konnten sie eben auch dadurch, dass das Haus so nah an ihren Redaktionsräumen liegt.
00:36:36: also Sie konnten noch immer wieder vor Ort sein.
00:36:38: Sie konnten immer wieder recherchieren und immer wieder aufdecken was da eigentlich vorgeht.
00:36:42: und wie du gerade schon angedeutet hast ist es natürlich auch gefährlich weil klar die haben diesen besonderen Zugang sie kennen sich gut aus in der Gegend Aber man ist im Lokal eben auch besonders ausgesetzt.
00:36:55: Das hat uns Timo Büchner auch erzählt.
00:36:57: Es hat Vorteile, aber es hat natürlich auch gleichzeitig wieder Nachteile weil man eben so nah dran ist und deswegen auch angreifbarer ist.
00:37:04: Die Leute aus Berlin und München die kommen halt her sind dann aber auch wieder weg Und das haben natürlich auch Vorteile für die.
00:37:11: Ja ja er fasst das ganz gut zusammen.
00:37:13: Man muss aber auch sagen was denn rein finde ich vor allem gelungen ist dass sie das ganze vernünftig journalistisch eingeordnet haben, also dass sie die Ideologie und Gefahr dahinter auch immer wieder erklärt haben.
00:37:26: Das war ein Learning das Jens Zittarek bei der Arbeit hatte wie er uns erzählt hat.
00:37:32: Jetzt noch mal auf Rechtsextremismus bezogen da habe ich jetzt auch noch so einen Learning gehabt.
00:37:36: es reicht nicht mehr zu beschreiben was da passiert dass sich Leute treffen.
00:37:40: diese Empörung ist halt auch nicht mehr so da wie vor zehn fünfzehn Jahren so war.
00:37:43: Also die Maske fällt man merkt das ja auch bei der AfD Und nichts passiert Ja.
00:37:50: Ich fand auch ganz interessant, der Harald Ziegern macht das jetzt ja noch als Rentner.
00:37:55: Der hat ganz lange dort gearbeitet und er hat schon in den Achtzigern zu diesem Haus und diesem Verein gearbeitet.
00:38:02: Und er meinte auch so dass er auch sehr dankbar ist wie das jetzt aufgenommen wurde weil es damals tatsächlich nicht so viele Leute interessiert hat.
00:38:11: aber sicherlich ist diese... Dass sich ganz vieles davon auch irgendwie normalisiert hat kein großer Aufschrei mehr ist.
00:38:20: Ja, das ist erschreckend!
00:38:22: Und da ist genau wie er gesagt hat sicherlich der journalistische Auftrag auch darauf das wirklich so einzuordnen dass klar wird was da passiert und nicht so darzustellen so naja da sind halt ein paar Nazis Militante Neonazis kommen dort teilweise in dieses Haus haben sie mir erzählt ja Ja, irgendwann muss ich das echt mal so ein bisschen auf der Zunge zergehen lassen.
00:38:44: Dass er als Rentner dann nach wie vor zu diesen rechtsextremen Umtrieben recherchiert.
00:38:49: Ich werde es auch nie vergessen, als sich die drei das erste Mal damals zu der Recherche interviewt habe, dass sie irgendwie gesagt haben so ja als Lokaljournalist ist man immer Überzeugungstäter und irgendwie wir machen das nach Feierabend wenn die anderen Artikel fertig geschrieben sind arbeiten wir daran weiter was natürlich... absolut ehrenhaft ist, aber traurig dass es eben dieses persönliche Engagement braucht und das nicht die Räume oder Zeit des Geldes gibt.
00:39:15: Dass es innerhalb der normalen, des normalen journalistischen Eitag passiert.
00:39:20: Aber zum Stichwort Empörung in der Gesellschaft muss man sagen, dass es ihnen tatsächlich gelungen ist einen Impact zu erreichen mit diesen Recherchen.
00:39:30: Denn es gab dann die Gründung eines Bündnisses in der Zivilgesellschaft und dieses Bündnis hat sich immer wieder mit Protestaktionen- und Präventionsarbeit gegen diese rechtsextremen Nachbarn gewährt, und laut dem Bündnessgründer sind fast alle Vereine und Gruppen der Region – das muss man sich auch mal klarmachen – Teil des Bündners.
00:39:50: Also sie haben wirklich die gesamte Zivil-Gesellschaft vor Ort einmal aufgeweckt Und der Bündnis Gründer hat uns gegenüber damals auch angegeben, dass es ohne die Berichterstattung dieser drei Journalisten dieses Bündniss nicht geben würde.
00:40:04: Es ist also eine richtige Vorzeige Geschichte.
00:40:06: was den wirklichen Impact von Lokaljournalismus betrifft?
00:40:11: Ja ich glaube das ist einfach toll im Journalismus, dass man eben so eigentlich nur an den Fakten orientierte Arbeit machen kann und Dann kann man so zuschauen, was die Menschen daraus machen.
00:40:21: Man muss sich gar nicht selber überlegen brauchen wir jetzt eine Demo oder brauchen wir ein Verein sondern man gibt ihnen das und ja die Menschen entscheiden dann wie sie darauf reagieren wollen?
00:40:32: Ja vielleicht nutzen wir diese positive Geschichte um von dem Ausgangspunkt jetzt einmal in die Zukunft zu blicken.
00:40:40: Was kam denn dabei den Gesprächen raus?
00:40:42: Wie blicken die anderen auf die Zukunft?
00:40:44: also erst mal würde ich sagen es gibt eine gute Nachricht meisten Localjournalists.
00:40:48: Denn dieses ganze Wochenende war wirklich, ich fand es auch sehr aufladend so viele Menschen zu treffen die so sehr viel in Beruf und für ihre Arbeit brennen.
00:40:58: Und wie du ja auch gesagt hast also alle, die solche krassen Recherchen gemacht haben machen das teilweise in ihrer Freizeit.
00:41:05: wenn man dann fragt so oh krass!
00:41:07: Wie wurde dir das ermöglicht?
00:41:08: Dann sagen sie nur Ja ich habe halt den Tag über hab ich Gemeinderatsberichte geschrieben und abends habe ich irgendwie krass investigativ recherchiert.
00:41:15: Das ist natürlich, wir wünschen uns alle mehr Ressourcen dafür und dass das nicht im schlimmsten Fall unbezahlte Überstunden sind für die es danach ein Journalismuspreis vielleicht gibt.
00:41:26: Aber es zeigt ja eben, dass niemand dort oder also so viele Lokaljournalisten gibt, die keinen Dienst nach Vorschrift machen sondern die da richtig verbrennen und die auch ganz viel Zukunft in ihrem Beruf sehen.
00:41:38: Also sie sagen alle, dass das eigentlich die Basis viel von dem nationalen oder internationalen Journalismus, weil der sich ja meistens dann irgendwann auf sie beruft.
00:41:52: Sie wissen auch dass sie ganz schwer durch KI zu ersetzen sind und es gibt diese Gefahr.
00:41:57: aber sie wissen auch das die Verlage das bereuen werden wenn man sie durch KI ersetzt.
00:42:02: Tobias hat sogar wörtlich gesagt Die Zukunft des Lokaljournalismus ist glorreich weil er eben sagt, die Menschen vertrauen den lokalen Medien auch mehr.
00:42:12: Das hat es glaube ich auch vorhin angeklungen.
00:42:16: Lisa hat das gesagt, Lokalmedien werden weniger abgelehnt als zum Beispiel der ÖR.
00:42:20: Ich glaub', dass liegt auch daran, dass Menschen Lokaljournalismus so gut selber erfahren können.
00:42:25: also... Also das ist dann eben der Typ, der seit vierzig Jahren immer zu diesen Vereinstreffen kommt.
00:42:31: man kann ihn ansprechen wenn man seinen Artikel blöd fand Man bekommt mit, wie der arbeitet.
00:42:36: Man kann auch besser überprüfen, wenn über dein Nachbarn was berichtet wird ... Was weiß ich nicht, weil sein Haus abgebrannt ist?
00:42:43: Dann hast du das selber miterlebt und hast so ein besseres Erleden davon, wie diese Berichterstattung funktioniert als wenn es weit weg in Berlin ist.
00:42:54: Es ist ganz viel Liebe da für den Lokaljournalismus, es ist ganz viele Motivation und Feuer irgendwie da.
00:43:00: Aber man kriegt auch ganz viel ... Frust und Ratlosigkeit mit, weil die Leute eben das Gefühl haben sie müssen sich um das auszuleben irgendwie alle brennen irgendwie aus.
00:43:12: Alle müssen super viel von sich geben und kriegen nicht die Rückendeckung, die Sie sich wünschen.
00:43:17: man weiß entweder gar nicht wie diese Probleme gelöst werden sollen oder man denkt wir wissen es ja.
00:43:22: aber wir fühlen uns von unseren Chefs von unseren Geschäftsleitungen von der Politik stichwort EU und Bundesrepublik im Stich gelassen.
00:43:32: Alle sagen, also alle sind sich eben einig.
00:43:34: Wir brauchen mehr Ressourcen.
00:43:36: Maria hat gesagt, mehrere Ressoursen für die Menschen, die dafür brennen und auch mehr einen Fokus darauf wieder auf die eigentliche Arbeit weil kein Journalist wird Journalist, weil er so gerne irgendwelche Top-Fünf-Rankings von Google Bewertungen runtertippt.
00:43:54: Journalisten machen diesen Beruf, weil sie recherchieren wollen, weil Sie sich in Themen eingraben wollen mit Menschen sprechen, Berichte darüber schreiben und ich glaube also das ist auch so ein Punkt.
00:44:05: Die Leute haben alle so viel Ressourcen und die muss man auch nutzen und ich glaub aber wir haben das vorhin ja auch schon kurz angesprochen dieses ganze Thema dass es unbedingt einen Weg finden muss für mehr Geld und mehr Personal.
00:44:20: Das steht nochmal auf einem größeren Fundament und zwar der politischen und gesellschaftlichen Wertschätzung von Journalismus.
00:44:29: eben Valentin von Radio Korax.
00:44:31: Was gesagt, wir haben sehr vorhin schon gesagt, Radio Corax steht so ein bisschen auf der Abschussliste ganz oben von der AfD in Sachsen-Anhalt.
00:44:40: die werden direkt wörtlich genannt im Wahlprogramm für die Landtagsbeier dass man ihnen die Finanzierung abdrehen will.
00:44:48: und also auch wirklich... Man greift ihre Arbeit halt direkt an und das hat er dazu gesagt.
00:44:55: Für die Zukunft wünschen wir uns, dass die Bedingungen, die wir brauchen um hier erfolgreich Radio zu machen nicht zerstört werden.
00:45:04: Aktuell droht eine AfD-Landesregierung und was sie vorhaben, bedroht die Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt und auch in Halle.
00:45:14: Und davon sind wir Teil!
00:45:16: Wir leben davon, dass Menschen engagiert sind und das auch ins Radio tragen.
00:45:23: Die AfD und ihre Ideen sind sicherlich mit eine ganz große Gefahr für Lokaljournalismus.
00:45:29: Aber es reicht nicht nur, den Journalismus vor der falschen Politik zu schützen.
00:45:35: Lisa hat am Schluss an euch und uns alle auch noch im Prinzip einen Appell.
00:45:41: Wenn die Leute nicht bereit sind, für Lokale Journalismus zu bezahlen, wenn sie einfach kein Interesse daran haben, wenn Sie den Wert von Journalismus nicht sehen, dann ist auch vieles andere verloren.
00:45:49: aus meiner Sicht?
00:45:50: Ja!
00:45:52: Ich kann Lisa da einfach nur zustimmen.
00:45:54: Das ist ja auch mit dem Grund, warum wir hier heute sitzen und über dieses Thema sprechen.
00:45:59: Und man muss natürlich auch sagen, das ist jetzt auch irgendwo nichts Neues.
00:46:03: Wir sind ja nicht alleine damit, dass uns das irgendwie am Herzen liegt.
00:46:06: Ich bekomme es immer wieder auf Journalismuskonferenzen mit.
00:46:09: Wir haben es als beide auf den Konferencen mitbekommen wo wir waren.
00:46:13: Dass da betont wird wie wichtig der Lokaljournalismus ist und dass wir den mehr unterstützen müssen, aber wir müssen uns auch irgendwie nicht mal ehrlich machen.
00:46:23: Und anerkennen das wenn es nur bei diesen Lippenbekenntnissen bleibt, dass uns das Blutgesagt jetzt auch nicht groß weiter erhilft.
00:46:30: Deswegen wollen wir euch am Ende nochmal so ein bisschen mit konkreten Lösungsansätzen entlassen.
00:46:36: Wir haben sie ja auch zum Teil schon angedeutet die aus unseren Gesprächen mit den Lokaljournalisten mitgenommen haben, die wir aber auch innerhalb unserer Recherche zur Podcastfolge und auch aus unseren eigenen Erfahrungen einfach über die Jahre hinweg angesammelt haben.
00:46:49: Dazu ist vielleicht wichtig vorne weg!
00:46:52: Du hast es auch schon vorhin, glaube ich gesagt.
00:46:53: Es gibt ja auch schon Unterstützungsprogramme und Fellowships oder Initiativen wie zum Beispiel das B-Local-Programm vom Bonn Institute oder eben das Beratungsangebot für Lokaljournalistinnen von Netzwerk Recherche von Maria die wir vorhin auch schon gehört haben.
00:47:09: Falls uns hier irgendwie Lokal-Journalists in den Chefredakteure zuhören nutzt, die dafür sind die da?
00:47:15: Da hau' ich sogar auf dem Tisch für!
00:47:18: Genau, es wurde auch mehrfach in den Interviews erwähnt vom Mediendienst Integration gibt's solche Förderungen.
00:47:26: Da kann man auf jeden Fall mal ein bisschen recherchieren.
00:47:30: Gerade eben wenn man sagt ich müsste eigentlich viel tiefer in ein bestimmtes Thema einsteigen und ich habe aber die Zeit nicht und das kann mir nicht gewährt werden.
00:47:39: Ja total!
00:47:40: Aber was natürlich auch dazugehört ist, das, was es jetzt gibt, reicht einfach nicht.
00:47:45: Das sehen wir ja!
00:47:47: Was uns vor allen Dingen braucht, ist einfach ein politischer Wille den Lokaljournalismus zu schützen und zu retten.
00:47:54: Und ich finde, da müssen die demokratischen Parteien auch einfach mal begreifen.
00:47:58: Dass das in ihrem eigenen Interesse ist.
00:48:00: Denn fehlender Journalismus führt einfach zu einem Erstärken der Extremen.
00:48:04: Wir hatten es vorhin auch als ich über die Studienlage gesprochen habe dass diese Kontrollfunktion wegfällt, dass Menschen dann auf alternative Medien zurückgreifen.
00:48:13: All das schwächt ja die Demokratie und daran können auch die Politikerinnen der demokratischen Partei kein Interesse dran haben.
00:48:21: Die Autorinnen von der Wüstenradarstudie, die ich vorhin erwähnt hatte, führen am Ende einer Studie eine ganze Liste an Handlungsmöglichkeiten auf.
00:48:31: Da lohnt es sich auf jeden Fall mal rein zu gucken.
00:48:34: Zum Beispiel wird genannt Produktionsförderung mittels Subventionen für die Redaktion generell mehr Innovationsförderungen auch einfach im Bereich des Lokaljournalismus.
00:48:44: Es gibt in Luxemburg beispielsweise jetzt schon bundesweite Lokal-Journalismusforderungen, die gut funktionieren.
00:48:50: Dann ganz wichtig du hast es auch schon erwähnt.
00:48:54: Generell Journalismus, nicht nur Lokaljournalismus muss als gemeinnützig anerkannt werden.
00:48:58: das war ja was sich die Ampelregierung damals schon auf die Fahne geschrieben hatte.
00:49:02: das wird seit Jahren gefordert.
00:49:04: da gab's Petitionen und Bündnisse die das geforderten.
00:49:08: wir haben immer noch nicht.
00:49:10: dann muss das Medienkonzentrationsrecht mit aller Härte durchgesetzt werden.
00:49:14: Und was wir auch schon angesprochen hatten und was ich nochmal erwähnen möchte, ist die klare Regulierung von Big Tech-Unternehmen.
00:49:21: Und auch die Förderung der Medienkompetenz innerhalb der Bevölkerung um denen aufzuzeigen was man an gutem Qualitätsjournalismus hat.
00:49:31: also ihr seht es gibt ganz viele Stellschrauben Es gibt auch schon ganz ganz viele Ideen und ausformulierte Konzepte was man tun kann.
00:49:40: Was fehlt ist der politische Druck von außerhalb, da kommen wir alle ins Spiel und auch der Umsetzungswille in den Führungspositionen.
00:49:48: Also ich glaube wir würden uns auch ein bisschen mehr Mut wünschen auch innerhalb der Chefredaktion der Führungsposition dass man sich gegen dieses immer mehr und immer lauter entscheidet und schon dessen wirklich einen Fokus setzt auf den investigativen kritischen Lokaljournalismus weil das Wir haben es vorhin schon angedeutet, ja wirklich genau unsere Kernkompetenz ist.
00:50:09: Also das ist ja genau das wo wir uns auch in diesem Social Media Dschungel hervorheben können weil das kann blöd gesagt, dass kein Influencer, das kann auch keinen KI-Programm, das können einfach nur erfahrene Lokaljournalistinnen.
00:50:24: Es gibt ganz viel was man tun könnte, wir müssen's einfach nochmal anpacken und uns dem annehmen.
00:50:31: Wenn ihr euch generell so ein bisschen dafür interessiert, was man gegen die Medienkrise tun kann.
00:50:36: Dann kann ich euch auch sehr unser Plädoyer an die Presse empfehlen.
00:50:39: das haben wir bei Volksverpätzer von paar Jahren veröffentlicht zusammen mit ganz vielen coolen journalistischen Partnern unter anderem mit dem deutschen Journalistenverband zusammen.
00:50:48: da fordern wir zum Teil auch zum Beispiel eine diverse Mediendahnschaft.
00:50:53: also gehen auf genau diese Punkte ein die wir hier vorhin auch angesprochen haben.
00:50:57: Ich verleg euch das auch mal unten schaut euch das gerne Schaut es sich bei euch das gerne an.
00:51:01: Also ja, zum Abschluss weiß ich nicht.
00:51:03: Können wir eigentlich nur sagen setz dich für den Lokal-Unrealismus ein.
00:51:06: Schließt Abos ab wenn ihr könnt schreibt vielleicht auch gerne mal Leserbriefe in denen ihr Feedback gibt kritisiert sagt was ihr euch wünscht und wenn ihr konnt übt politischen Druck aus weil das brauchen wir jetzt.
00:51:18: Ja da weiß ich gar nicht was ich noch ergänzen soll.
00:51:22: Ja, ich glaube uns liegt bei sonst beiden wir haben ja auch beide in Lokal-Redaktionen gearbeitet.
00:51:27: Liegt uns das Thema einfach auch sehr am Herzen und es ist natürlich auch einfach traurig wenn man da diesen negativen Entwicklungen so dabei zugucken muss und gleichzeitig aber um das viele Potenzial weiß und auch so viele lokaljournalistische Talente kennt und so denkt ach es wird noch so viel mehr gehen wenn es einfach, wenn der Rahmen stimmen würde.
00:51:48: Ja okay aber ich glaube wir haben jetzt ein bisschen das Thema ganz gut umrissen, würde ich sagen vor allen Dingen die Stimmen von den Lokaljournalisten selbst waren super hilfreich.
00:52:00: danke dir nochmal Leonie dass du bei der stressigen Konferenz dann noch die ganzen Stimmen eingesammelt hast.
00:52:07: Ich finde das war eine richtige Bereicherung für die Folge heute.
00:52:10: auch Danke an alle die wird ausgesprochen haben.
00:52:13: ja das will ich auch gerade sagen Ganz lieben Dank an die ganzen Leute, die sich teilweise einfach zwischendurch auf so einer Konferenz noch mal hingesetzt haben und mir dann so.
00:52:22: Sich so haben überrumpeln lassen von wo siehst du die Rolle des Lokaljournalismus in der Demokratie?
00:52:28: Aber es ist ganz einfache Fragen wurden dargestellt.
00:52:31: Ja aber es hat es hat so Spaß gemacht da drum herum mit euch ein zu quatschen Und ich finde das einfach immer super toll wenn man Man stellt dann die Fragen und dann sagen diese Sachen, du hörst zu und denkst nach der zweiten Frage schon so ja wunderbar.
00:52:45: Ich bin zufrieden für diese Folge.
00:52:49: Ja total ich finde das hat man auch rausgehört.
00:52:51: Okay dann bleibt uns glaube ich nur noch zu sagen danke auch an euch die ihr gerade zuhört dass ihr bei unserer achtundzwanzigsten Podcastfolge dabei wart.
00:52:59: wir waren Leonie und Lotte und wir hoffen es hat euch heute genauso viel Spaß gemacht wie uns.
00:53:04: folgt uns gerne auf unseren gängigen Social Media Kanälen, wenn ihr da unterwegs seid.
00:53:09: Ihr findet die Links in der Beschreibung unten.
00:53:11: aber auch ganz wichtig werfen euch keinen Bock auf Social Media hat!
00:53:15: Wir haben auch eine eigene App, die Volksverpizza-App, die findet ihr im Play Store und App Store Und dort habt ihr unsere gesamten Content gebündelt, einschließlich cooler Extrafunktionen.
00:53:24: Da seid ihr dann auch unabhängig von den Tech Giganten Und das darf ich in dieser Folge besonders erwähnen.
00:53:31: Wir wurden für den Grimme Online Award nominiert und ihr könnt jetzt für dem Publikumspreis für uns abstimmen, auch da packen wir euch den zugehörigen Link in die Beschreibung!
00:53:41: Das würde uns unfassbar glücklich machen – wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir da nominierend worden sind.
00:53:46: Also wenn ihr wollt, dann stimmt gerne für uns ab.
00:53:48: Und wie immer findet ihr auch die Links zu den ganzen eventen Studien und Artikeln und Quellen, die wir in der Folge angesprochen haben – auch in der Beschreibung!
00:53:58: Der Song am Ende und am Anfang ist Vancouver von Deadline Fifty Four und der Podcast wird produziert von der Podcast- und Social Media Agentur Kundenfokussiert.
00:54:07: Wir sehen uns beim nächsten Mal.
00:54:09: und bis dahin Support your local journalist Tschüss!
00:54:18: Der Podcast.
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